| Presseerklärung der Hamburgischen Kulturstiftung und der HafenCity GmbH Kunst und Kultur in der HafenCity - Projekte-Wettbewerb ist entschieden
Der gemeinsame Projekte-Wettbewerb der HafenCity Hamburg GmbH und der Hamburgischen Kulturstiftung „Kunst und Kultur in der HafenCity“ zur Etablierung künstlerisch-kulturellen Lebens in der HafenCity ist entschieden. Die Resonanz war überwältigend: 164 Projekte aus den Sparten Bildende Kunst, Film, Interdisziplinäres, Kinder- und Jugendkultur, Literatur, Musik, Performance, Tanz und Theater haben sich beworben. Sie alle sollten sich, so lautete eine der Wettbewerbsbedingungen, künstlerisch mit den Gegebenheiten des neuen Stadtquartiers auseinandersetzen. Eine hochrangige Fachjury entschied über die Vergabe des Preisgelds in Höhe von insgesamt 200.000,- Euro und prämierte acht Projekte. Die Realisierung von vier weiteren Projekten ermöglicht die Körber-Stiftung, die die ursprünglichen Fördermittel um weitere 100.000,- Euro aufstockt. Rechtzeitig zum Sommerbeginn starten diese temporären Kulturprojekte und laden Hamburger Bürger sowie Besucher zu kulturellen Erlebnissen der besonderen Art in die westliche HafenCity ein. Zwischen Juli und Dezember 2005 werden die Sieger des Projekte-Wettbewerbs mit ihren spannenden Kunst- und Kulturprojekten die HafenCity bespielen: Mit ihrem Projekt „Projektion Kaispeicher A - Bauen mit Licht“ wird Katrin Bethge (üNN überNormalNull) den Kaispeicher A abends in eine riesige Leinwand verwandeln. Der Kaispeicher A wird zur Projektionsfläche für bewegliche Bilder mit Motiven aus der Geschichte des Arbeitsortes sowie aus seiner Zukunft als Kulturort (Stichwort: Elbphilharmonie). Untermalt werden die Projektionen, die die Ost- und die Westseite des Gebäudes in immer neues Licht tauchen, durch eine Klanginstallation mit charakteristischen Klängen aus der Hafen-Umgebung. An drei Abenden finden zusätzlich Live-Performances vor dem Kaispeicher A statt. Der „Jahrmarkt des Abschieds“, ein interaktives Theaterprojekt von Thomas Matschoß u.a., inszeniert auf ganz unterschiedliche, aber immer bezaubernde und poetische Art das Abschiednehmen in all seinen Facetten: tränenreich und zum Schreien komisch; pathetisch und einfach. Schauspieler, Musiker, Sänger und Artisten erzählen vom Abschied von der Liebe, Abschied vom Leben, von der Heimat, von Gewohnheiten, Feindbildern und Illusionen. Am mobilen „Kunst-Imbiss“ von DG. Reiß und Katharina Kohl können sich die Besucher mit aktuellen Informationen zu Hamburger Künstlern und ihren Projekten und Ausstellungen versorgen, zeitgenössische Video-Kunst entdecken oder einen Blick in die umfangreiche Katalog-Bibliothek werfen. Berndt Jasper wird seinen „Baltic Raw Tower“ am Strandkai errichten. Der sieben Meter hohe Turmbau wird Treffpunkt und Arbeitsraum für Kulturschaffende aus Hamburg und dem gesamten Ostseeraum, die hier im Dialog Ideen und Konzepte entwickeln und präsentieren, wie ein Stadtentwicklungsraum wie die HafenCity künstlerisch mitgestaltet und belebt werden kann. Die Besucher können sich vor Ort über den Prozess und die Ergebnisse dieses internationalen Diskurses informieren Bildet Eliten e.V. eröffnet für zehn Tage die „HafenCity Universitas (HCU)“, die das gesamte Areal der westlichen HafenCity zum Campus werden lässt und jeden Besucher auffordert, sich einzuschreiben und den ‚Untersuchungsgegenstand HafenCity’ begleitet von Dozenten und Tutoren zu erforschen. Ungenutzte Räume werden dabei zu Hörsaal, Mensa, Bibliothek usw. Neben Vorlesungen und Expeditionen laden u.a. Ausstellung und Hochschulsport als feste Institutionen der HCU zum Austausch ein. Die ‚Studienergebnisse’ werden gesammelt und dokumentiert. Nina Kuhn (Pauw&Politycki) bietet dem „Hamburger Ziegel“, der bis dato umfangreichsten Anthologie deutschsprachiger Gegenwartsliteratur, eine (Lese-)Bühne auf den Magellan-Terrassen. In drei moderierten Veranstaltungen werden je vier Hamburger-Ziegel-Autoren – renommierte Hamburger Autoren und literarische Neuentdeckungen – ihre Arbeiten vortragen und den Sandtorhafen zum Treffpunkt des zeitgenössischen literarischen Lebens in der Hansestadt machen. Auf den Magellan-Terrassen zeigt Dirk Meinzer „Mami Wata’s easy-easy foundation (Sirenengarten)“, eine mystische nächtliche Filmvorführung, bei der „tanzende Sirenen“ in Gestalt von Seekühen – aufgenommen im Forschungsbecken für Seekühe im Berliner Zoo – auf eine große Wand projiziert werden. Ihre Erscheinung belebt die nächtliche Umgebung und taucht sie in ein halluzinatorisches Licht. Volker Lang wird für zwei Monate unter dem Namen „Südwärts“ ein Fachwerkhaus (innen hat es die Gestalt eines kleinen Theaters) aufstellen, in dem eine vom Besucher per Knopfdruck in Gang zu setzende Klanginstallation über Hamburger Auswanderer zu hören ist: Vier Stimmen an unterschiedlichen Punkten des Raums sprechen über Schicksale und Motive von Auswanderern, wobei jede Stimme mit sich selbst und mit den anderen in Zwiesprache gerät. So entstehen, je nachdem wo man sich im Raum befindet, neue Dialoge und es ergibt sich eine Art Wartesaal-Stimmung. „Mit diesem Wettbewerb wollten wir ein Zeichen nach außen setzen und zeigen: Hier passiert etwas. Leben und Kultur kommen in die HafenCity“, so Kirsten Wagner, stellvertretende Geschäftsführerin der Hamburgischen Kulturstiftung. „Mit der großen Zahl wunderbarer kreativer Ideen zum Ort
HafenCity ist es gelungen, einen wichtigen Schritt zu ihrer Bestimmung
als Kulturort jenseits der großen Kulturinstitutionen wie Elbphilharmonie
und „Internationales Maritimes Museum“ anzustoßen, so
Jürgen Die Mitglieder der Jury waren: Martin Köttering (Präsident der Hochschule für Bildende Künste), John von Düffel (Thalia Theater), Stephanie Grau (Theater Zeppelin), Caren Miosga (NDR Fernsehen), Stefan Schäfer (Philharmonisches Staatsorchester, Komponist), Kirsten Wagner (Hamburgische Kulturstiftung), Jürgen Bruns-Berentelg (HafenCity Hamburg GmbH).
Mit „Portale“, dem ersten einer geplanten Serie von Konzerten unter dem Titel „Kaispeicher entern!“, will das Ensemble Resonanz die Eigenschaften und Möglichkeiten des Kaispeicher A als Klangraum musikalisch ausloten. Kompositionen von Alt (Gabrieli) bis Zeitgenössisch (Xenakis u.a.) sollen die großen Räume bzw. Hallen auf eine neuartige Weise erfahrbar machen. Das Publikum ist eingeladen, das weitläufige Innenleben des ehemaligen Speichers und künftigen Sockels der Elbphilharmonie zu erkunden und dabei in unterschiedliche Klangwelten einzutauchen. Der „Klang.Gang“ von Sandra Hülsmann und Dagmar Humsi führt den Besucher, ausgestattet mit einem MP3-Player und einer kleinen Übersichtskarte, durch die HafenCity. Ihn begleitet ein Soundtrack aus natürlichen, ortsspezifischen und bearbeiteten Klängen, in die Sequenzen u.a. mit Regieanweisungen, literarischen Zitaten und O-Tönen aus Interviews mit Architekten, Archäologen und Arbeitern eingewoben sind. Die Klang-Choreographie ist eine Ver-Führung zum sinnlichen Erleben dieses Ortes. „Wind- und See-Zeichen“ heißt die Installation von Jaschi Klein. Sie besteht aus 27 an hohen Stelen aufgehängten, beweglichen Objekten, die in ihren geometrischen Formen Dreieck, Quadrat und Kreis Bezug nehmen auf die maritime Situation von Seefahrt und moderner Architektur in der HafenCity. Der Wind verändert visuell die Formen, bringt sie in Bewegung und lässt dabei in Schattenspielen, Überschneidungen und Verdrehungen immer neue Kompositionen entstehen. Dem Betrachter bietet sich eine Vielfalt abstrakter Bilder, die von der Künstlerin bei unterschiedlichen Licht- und Windverhältnissen fotografisch dokumentiert und später im KörberForum ausgestellt werden. Der „Steinerne Orientteppich“ von Frank Raendchen besteht aus einem epoxidharzgebundenen, farbigen Granulat aus Quarz, Granit und Marmor. Er ist zugleich Kunstgegenstand, Wertobjekt mit hohem Gebrauchswert und Symbol für die Bedeutung des Hamburger Hafens als weltweit größter Handelsumschlagplatz für orientalische Teppiche. Bei diesem temporären Eingriff in das Straßenbild kann selbst im Hamburger Hafen als „Tor zur Welt“ eine 'Wohnzimmerassoziation’ geweckt werden.
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