mopo , 26.8.2009, JUDITH FELL-ZELLER

Kunst-Imbiss

100 Künstler toben sich aus: Heute startet das „Subvision"-Festival 12 Tage Installationen, Performance und Feuerwerk am Strandkai

Wie riesige Legosteine liegen sie da, die bunten Schiffscon­tainer, aufgetürmt zu einer temporären Stadt. Gleich hinter der Unilever-Großbaustelle, wo sonst der Strandkai brachliegt, toben sich ab heute rund 100 expe­rimentierfreudige Künstler aus 20 Ländern aus. „Subvision" heißt das von der Hoch­schule für bildende Künste (HfbK) angeschobene Off-Kunst-Festival: Bis zum 6. September haben 30 Künst­lergruppen die Möglichkeit, mit Installationen, Konzer­ten, Filmvorführungen und Feuerwerk die Besucher an­zulocken. Zum Start klärt die MOPO die wichtigsten Fra­gen.
> Was steckt hinter „Subvision"?
„Wir wollten einen neuen Ort außerhalb des etablierten Kunstsystems. Was liegt nä-
her, als den Platz in Hamburg zu bespielen, wo zurzeit die meisten Menschen hinkom­men?", sagt Initiator und HfbK-Präsident Martin Köt-tering. Ob Touristen oder neugierige Hamburger - an zwölf Tagen kann man sich abgedrehte Kunstprojekte anschauen und mit Künstlern reden. Darin sieht Köttering das Potenzial des Festivals: „Die Künstler sind jederzeit anwesend und ansprechbar."
> Welche Künstler wurden aus­gewählt? Kuratorin Brigitte Kölle suchte mit Kunstscouts weltweit nach Gruppen, die außerhalb des gängigen Be­triebs eigene Projekträume gegründet haben. In zwei Jah­ren wurden rund 500 Initiati­venbeobachtet, davon30 ein­geladen. „Wir haben bewusst Gruppen ausgewählt, die sich verändern und entwickeln und die zur Teilnahme ein-
laden." Dabei sind Gruppen aus Beirut, Jerusalem, Brüssel, London, Hongkong und Kap­stadt, nicht zu vergessen drei Initiativen aus Hamburg.
Was sind die Höhepunkte?
Neben der Ausstellungsarchi­tektur der auf die Landspitze gesetzte modulare Holzpavil­lon der Hamburger „Baltic Raw Org": Die begehbare Skulptur ist der perfekte Ort, um über Kunst ins Gespräch zu kommen. „Wir hatten das Modul bereits 2005 nicht weit von hier ähnlich aufgebaut, da wo jetzt Unilever sitzt", er­zählt Künstlerin M6ka Farkas. Die beste Aussicht hat Mag­dalena Kownacka aus Krakau genutzt: Zusammen mit der Stuttgarter Gruppe „um­schichten" wurde auf einem Containerdach die Vision ei­ner Privatvilla mit Pool reali­siert. Da darf allerdings nur rein, wer im Gespräch mit den
Künstlern eine ladung ergattert.

> Steht die Kunst auch zum Verkauf? Ja, auch wenn nicht überall Preise dranstehen: „D.I.V.O." aus Tschechienbie­tet neben einer kuschelwei­chen Spielwiese für Kids und einem Container, in dem bis zu sieben Besucher verschie­dene Soundsystems hören können, auch ein „lebendiges Museum": Schwammbilder für 650 Euro machen Lust aufs Sammeln alternativer Bildwelten. Oder der Kunst-Imbiss der Hamburger Katha­rina Kohl und DG Reiß: Statt Fischbrötchen locken hier Originale, Kleinformatiges von 150 Künstlern zu Schnäppchenpreisen von ei­nem bis 300 Euro.
JUDITH FELL-ZELLER „Subvision": bis 6.9. (Vernissage heute 19 Uhr), Strandkai, Eintritt frei, www.subvision-hamburg.de

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