Abendblatt, 12.07.2007 Die Internationale Bauausstellung eröffnet den Kunst- und Kultursommer
Bühne frei für freie Bühnen
"Mit dem Kunst- und Kultursommer wollen wir eine Brücke über die Elbe schlagen und den Hamburgern die Augen für Wilhelmsburg, Veddel und Harburger Binnenhafen öffnen", sagte Pressesprecherin Iris Groscurth. Bis in den November führen freischaffende Künstler und Kreative ihre Projekte zum Entdecken und Gestalten der Stadtteile vor. Wilhelmsburg, Veddel und Harburger Binnenhafen werden dabei zu freien Bühnen der Stadt Hamburg erklärt. Dabei können Besucher und Anwohner die freien Bühnen als Aktionsräume verstehen, die sie besuchen und an denen sie kreativ mitwirken können. Das Kunst- und Kulturfestival als Mega-Konglomerat aus Kunst und Kulinarischem, aus Musik und Tanz, aus Sport und Schauspiel. Ein Fotowettbewerb, eine Inselküche, viel Open-Air-Musik, ein 48-Stunden-Handballspiel und Videoinstallationen machen die Elbinsel so zu einer Hamburger Expo. Die Anwohner spielen dabei eine Hauptrolle. Um sie in die Entwicklung ihrer Stadtteile einzubeziehen, hat eine Jury der IBA aus mehr als 200 Ideen von heimischen Künstlern 22 Projekte ausgewählt, die in diesem Sommer vorgestellt werden. So können sich Anwohner und Künstler gegenseitig inspirieren und den beteiligten Stadtteilen ein neues Gesicht geben. Ein Beispiel für diese Umgestaltung ist der Film "Pimp My City" von Samy David Schneider. Jugendliche stellen darin Orte aus Wilhelmsburg vor, die sie lieben - und Orte, die sie langweilen. Sie präsentieren zugleich eigene Konzepte, mit denen sie ihr Viertel verändern möchten. Aus einem anderen Blickwinkel und mit unkonventionellen Konzepten zeigen freie Künstler die unentdeckten, interessanten Seiten der Stadtteile. Die Busgalerie (6. Juli bis 15. November) verwandelt Wilhelmsburg in eine makroskopische Ausstellung. An Häuserwänden werden Zeichnungen und Gemälde der Künstler Raimund Samson und Alexander Hoepfner präsentiert, Straßen werden zu riesigen Gängen in einem riesigen Museum. Die Hafensafari (10. August bis 2. September) bezieht das Element Wasser in die Ausstellungslandschaft mit ein und lädt zu einer Entdeckungsreise durch den Hamburger Hafen. Auch das Klima wird zum zentralen Thema des Kunst- und Kultursommers. So führt der holländische Künstler Ton Matton mit seiner Klimamaschine die Leichtigkeit des Wetterwandels vor Augen. "Der Kunst- und Kultursommer soll für Künstler und Anwohner Basis zum Kennenlernen sein", so Groscurth, so könnten die Ideen und Projekte, die jetzt entwickelt werden, langfristig die Stadtentwicklung beeinflussen.
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