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Volksbühne / August - September 2009
KUNST-KIOSK Ambulante Kunstversorgung: „Kunst ist geistige Nahrung. Der Kunst-Imbiss steigert den Appetit." (Katharina Kohl und DG. Reiß - das Duo gründete den Imbiss 2005)
subvision. kunst. festival. Off.
Gugu bedeutet stolz in der Sprache der Xhosa und stolz ist auch die Gu-gulective. Die Künstlergruppe stammt aus einem Township bei Kapstadt und gründete sich 2006 mit der Absicht, einen Ort für künstlerische Ideen und gesellschaftliche Veränderungsprozesse in einer politisch und sozial benachteiligten Umgebung zu schaffen. Ab 26. August ist die Gugulective mit einer Performance über Landenteignung und Geschlechterkampf bei „Subvision" zu Gast, dem ersten Off-Festival für Gegenwartskunst in Hamburg, das die Hochschule für bildende Künste in Zusammenarbeit mit den Deichtorhallen und der Kunsthalle Hamburg in der HafenCity veranstaltet.
30 Künstlerinitiativen aus 20 Ländern (darunter China, Kanada und die USA) werden den Strandkai am Grasbrook-hafen in eine Kunstmeile verwandeln, die in krassem Gegensatz zu der ansonsten so durchgestilten, sterilen und hochpreisigen Stadterweiterung am Wasser steht.
Für 12 Tage errichtet die Architektur Werkstatt Hamburg auf dem noch unbebauten Areal ein temporäres Kunstdorf aus Schiffs-Containern und Baugerüsten, in dem Mainstream, Sekt und Kommerz nichts verloren haben. Dafür wimmelt es an jungen (und zum Teil auch nicht mehr ganz so jungen) Kreativ-Kollektiven, deren Namen „Kom-plot", „Konsortium", „Kommunikation" oder „De Service Garage + Parachutar-tists Foundation" den Besuchern gleich am Eingang signalisieren: Hier geht es nicht nur um Installationen, Filme, Videos, Skulpturen und Malereien in alternativen Präsentations- und Vermittlungsräumen, hier geht es vor allem um Menschen, um Interaktion, Austausch, Zusammenarbeit. Dementsprechend ist die Anwesenheit der Künstler nicht nur Pflicht, sie ist der eigentlicher Sinn dieses Festivals: Subvision will nicht kommerziellen Künstlergruppen aus aller Welt eine neue Plattform bieten, Kontakt untereinander aufzunehmen und sich vielfältig zu vernetzen.
Ebenso besonders ist: Jede eingeladene Initiative erarbeitet auf ihrem Feld ein eigenes Kunstwerk - speziell für Hamburg. Work in progress statt fertiger Präsentation, also. Das Ergebnis, wie immer es auch aussehen mag, wird am 6. September zu sehen sein. Und dann ist auch schon Schluss. Aber zuvor kann man künstlerischen Wildwuchs en masse erleben, und sich zum Beispiel in die Handhabung eines „Laser Tags" vom Graffitti Research Lab Vienna einweisen lassen. Diese fantastische Maschine ermöglicht „Bürgern, Künstlern oder Demonstranten" per Laser große Flächen und Gebäude mit eigenen Botschaften zu beschriften - wenn man nicht vorher erwischt wird. Wer nach so viel Abenteuer eine Stärkung braucht, wird im „Kunst-Imbiss" von Katharina Kohl und DG Reiß fündig. Dort gibt es eine „Kunstversorgung" für den kleinen Kunst-Hunger zwischendurch: Zeichnungen, Fotografien, Ready-Mades oder Gemälde „auf die Hand". Da bleibt nur „Guten Appetit" zu wünschen. Isabelle Hofmann

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